Kilian Fischhuber klettert in den magischen „Granitstädten“ Sibiriens

Der österreichische Kletterstar Kilian Fischhuber hat mit zwei weiteren Profikletterern gemeinsam die spektakulären Türme der magischen „Granitstädte“ von Ulakhan-Sis bestiegen.

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Der russische Biologe und Fotograf Alexander Krivoshapkin war auf die Sundrun Pillars aufmerksam geworden, als er mit dem Helikopter die sibirische Tundra überflog, um Rentiere zu zählen. Krivoshapkins Bilder inspirierten den Fotografen Sergey Karpukhin 2016 zu eigenen Expeditionen in den Norden der Republik Sacha aufzubrechen. „Diese Region ist eine der letzten unentdeckten Orte des Planeten“, berichtet er. Zu seiner vierten Entdeckungsreise nahm er nun im Sommer dieses Jahres ein Team von Profikletterern mit: Neben dem früheren Europameister und fünfmaligen Gesamtweltcupsieger im Bouldern, Kilian Fischhuber, auch den Deutschen Robert Leistner und die Russin Galya Terenteva.

Für die Kletterer war die Expedition ein Aufbruch ins Unbekannte, schließlich war unklar, ob die Felstürme überhaupt begehbar sind. Das Team flog über Moskau nach Jakutsk und von dort weiter nach Belaya Gora. Ab hier ging es im Boot 200 Kilometer den Fluss Indigirka hinab Richtung Norden. Es folgte ein mühsamer dreitägiger Fußmarsch. „Irgendwann begannen wir, an allem zu zweifeln“, berichtet Kilian Fischhuber. „Als wir jedoch die Kuppe eines Hügels erreichten und die Türme sahen, waren wir begeistert.“ Nicht jeder der Türme erwies sich als kletterbar. „Am Ende war es eine große Belohnung, als wir eine schöne Linie fanden und es als Team auf die Spitze des ersten Turms schafften“, berichtet der 35-jährige Niederösterreicher.

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Sergey Karpukhin fügt hinzu: „Es gibt dort mehrere Gruppen mit zwanzig bis dreißig Meter hohen Steilwänden. Dazu kommen viele einzeln stehende Felsen. Ich habe die Gegend „Granitstadt“ getauft, weil man sich wie in den Straßen einer Stadt fühlt, wenn man zwischen diesen Felstürmen herumläuft.“

Die eigenwilligen Formen der Sundrun Pillars sind wohl durch abwechselndes Gefrieren und Auftauen des Granits geprägt worden. „Durch meine Ausbildung wusste ich genau, wie diese Landschaft entstanden war“, sagte Karpukhin. „Aber bekam ich das Gefühl, dass dieses Naturwunder eigentlich von einer mysteriösen alten Zivilisation erschaffen worden sein muss.“

Und seid euch sicher – diese Naturwunder findet ihr nicht auf Google Maps!

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