Salomon Speedcross 5 Test

Zum Start in die neue Trailrunning-Saison wartet der Salomon Speedcross 5 in einem knalligen Colorway und überarbeiteten Features auf.

Wenn mich sich etwas mit Trailruning (oder auch Obstacle Racing) und dem passenden Equipment beschäftigt, stößt man unweigerlich auf den Salomon Speedcross. Der auffällige Laufschuh für’s Grobe ist nicht nur extrem bekannt, sondern wird sowohl von Hobbyläufern als auch Profis mehr als nur geschätzt. Zu seinen Haupteigenschaften zählen das geringe Gewicht, die perfekte Passform samt dem entsprechend durchdachten Lacing-System sowie der wirklich überzeugende Grip. Mit dem neuen Salomon Speedcross 5 verspricht man nun eine Rückbesinnung auf den Ursprung – einen Schuh, welcher über seinen noch besseren Grip und Passform überzeugen soll. Doch hält das „Gripmonster“ wirklich was es verspricht?

Erster Eindruck

Rot, definitiv Rot. Der Colorway des Salomon Speedcross 5 ist definitiv nix für schwache Nerven und Personen, welche sich normal nur in Weiß- und Schwarztönen kleiden. Das feine Rot umfasst bis auf die Innensohle den kompletten Schuh und zieht sich selbst auf der Unterseite der Sohle konstant weiter. Damit ist aber auch eins klar, der Schuh sagt seinem Träger/seiner Trägerin direkt ins Gesicht: „Pass auf, ich bin da. Mach dir mal keinen Kopf“. Zumindest so unsere Interpretation…

Nimmt man den Trailschuh in die Hand fällt das geringe Gewicht von ca. 330 Gramm auf, welches im Kontrast zu dem doch etwas groben und „schwerem“ Äußeren liegt. Er ist ein echtes Leichtgewicht, gemacht für wirklich schwierige Trails und Strecken. Dazu umhüllt quasi der Fersenbereich den eigenen Fuß für mehr Stabilität, das komplett verschweißte Obermaterial samt SensiFit liefert bei jeder Bewegung einen optimalen Halt und mit dem Quicklace System ist man innerhalb weniger Sekunden startklar. Das Highlight ist aber definitiv die Sohle. Hier wurden die Stollen nicht nur breiter als bei den Vorgängern gestaltet, sondern auch der Raum dazwischen vergrößtert und sie allgemein geometrisch neu angeordnet. So soll der Grip nochmals besser sein..

Der Test

Der erste, optische Eindruck bestätigt sich auch beim Anziehen. Der Schuh wirkt sehr hochwertig verarbeitet und passt beim ersten Mal wie angegossen. Er ist in unseren Augen von der Innensohle etwas breiter geschnitten, was manche Läufer mögen und andere wieder nicht. Da wir auf längeren Strecken und/oder Trails aber eh auf dickere Laufsocken mit mehr Komfort setzen, löst sich das Problem so von selbst. Das Quicklace System ist inutitiv bedienbar und hält auch wirklich stabil. Andere, ähnliche Systeme lösen sich entweder während der Belastung oder sind eine enorme Fummelei, hier lief aber alles wie geschmiert. Pluspunkt.

Dadurch, dass der Schuh ebene für das grobe Gelände ausgelegt ist, sitzt der Fuß selbst sehr eng. Kommt man eher vom klassischen Laufen ist dies am Anfang ungewohnt, da gerade die Ferse wirklich „eingegossen“ wird. Aber im Gelände lernt man das zu schätzen, da man über Stock und Stein rennen kann und immer noch wie beim Anziehen perfekt drinsitzt. Somit minimiert sich auch das Risiko von Scheuerstellen oder Blasen. Gerade bei unseren Schwachstellen (vor allem Ferse im Laufschuh!) ein dicker Pluspunkt.

Doch das Hauptaugenmerk lag natürlich auf dem Grip. Dank des wechselhaften Wetters im Januar und Februar konnten wir uns – zum Glück oder auch leider – auf unterschiedlichsten Oberflächen austoben. Straße, Trail und Eis/Schnee, es war alles geboten.

Die ersten Meter zu unserem „Haustrail“ verlosen noch auf Gehweg und Straße. Hier merkt man direkt auf den ersten Schritten, wie der Schuh wirklich auf dem Untergrund klebt. Für Außenstehende schwer zu verstehen ist das Gefühl wirklich schwer zu beschreiben, doch für Läufer ist es direkt ein „Aha“ und „Whoa“ Effekt kombiniert. Selbst der Übergang von Straße auf Trail ist entspannt und das Sicherheitsgefühl setzt sich auch auf Waldboden & Co. fort. Der Schuh ist wirklich auf fast jedem Untergrund sicher unterwegs, sodass man nach kurzer Zeit schon sehr viel vertrauen gewinnt und mit Speed um die Ecken schießen kann. Auch kleine Steigungen oder Hindernisse (z.B. umgefallene Baumstämme) meistert man ohne groß nachzudenken. Sonst überlegt man erst, wo man mit dem Schuh auftritt um möglichst viel Halt zu haben – mit dem Speedcross 5 sind wir einfach drüber „geschossen“. Dabei ist der Schuh auch erstaunlich agil auf engen Wegen, trotz des wuchtigen Looks. Es gab keine Situation, wo der Schuh entweder zu schwer, zu lang oder zu wuchtig war. Im Gegensatz, er lag wie eine zweite Haut an.

An seine Grenzen kam er alledings im Tauwetter. Die Kombination von viel Schnee und eisigen Temperaturen hier im Süden über Wochen und Monate und dem dann einsetzenden Tauwetter morgens verwandelte so manche Strecke in eine Schlittschuhbahn. Tagsüber taute das Eis an, nachts bei Minustemperaturen fror er. Durch das Räumen tagsüber wurde es dann auch noch schön gleichmäßig verteilt und man hatte früh morgens eine Eisfläche, auf die selbst Eishockeyspieler neidisch gewesen wären. Hier kam der Schuh an und über seine Grenzen, was aber nicht verwerflich ist. Denn hier hätte wirklich nur eins geholfen: Spikes. Trotzdem waren wir froh den Salomon Speedcross 5 unter den Füßen zu haben, denn die enormal Grip-starke Sohle bewahrte uns vor einem Ausrutschen samt Eistanzfigur. Mit (stark) reduzierter Geschwindigkeit konnten wir selbst diese Laufrunde erfolgreich und ohne Blessuren abschließen. Mit einem klassischen Schuh wären wir wohl nach zwei Minuten Game-Over gewesen.

Fazit

Gerade bei so stark gehypten Produkten sind wir immer besonders kritisch. Es gibt genug Marken, bei denen Marketing das wirkliche Produkt überflügelt und die Leute eben das nachplappern, was die Werbung sagt. Doch beim Salomon Speedcross 5 ist der Hype bzw. die große Beliebtheit in der Trail- und OCR-Szene wirklich gerechtfertigt. Der Schuh sitzt perfekt am Fuß, ist in wenigen Sekunden startklar und hat die wohl bis dato griffigste Sohle, die wir jemals erleben durften. Eben doch ein Gripmonster.

Erhältlich ist der Schuh ab sofort online bei SalomonLaufbar oder im gut sortierten Sportfachhandel.

 

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