Freeride Athlet Fabio Studer im Interview über Home Workouts, Wintersport und mehr

Wir konnten exklusiv mit Freeride Profi Fabio Studer über das abrupte Ende der Wintersaison, die aktuelle Situation sowie Tipps für das Homeworkout sprechen.

Copyright: Dominik Hadwiger

Aktuell befindet wir uns in einer Ausnahmesituation, die man sich vor 2-3 Wochen kaum hätte vorstellen können. Man bewegt sich idealerweise zu fast 100% in den eigenen vier Wänden, hat kaum mehr echte Kontakte (nicht über digitale Kommunikationskanäle) und versucht die Zeit mit neuen Ideen und alten Gewohnheiten aufzufüllen. Dazu zählt natürlich auch der Sport, welcher nun vornehmlich zuhause ausgeführt wird. Doch wenn selbst wir Feierabendathleten schon darunter leiden, wie ergeht es wohl einem Freeride Profi, dessen Saison von heute auf morgen beendet wurde – und wie hält er sich fit? Genau diese und andere Fragen konnten wir dem Österreicher Fabio Studer im Rahmen eines – rein digitalen – Interviews stellen.

Hallo Fabio, die wichtigste Frage direkt vorneweg – Wie geht es dir?

Mir geht es gut und ich hoffe dir auch.

Wir erleben gerade einzigartige, turbulente Zeiten und unsere Welt spielt verrückt. Was geht dir dabei alles so durch den Kopf?

Ich wünsche/hoffe das die aktuelle Situation nicht zu lange andauert und das wir zusammenhalten und asap in den Alltag zurück kehren können.

Auch die Freeride World Tour wurde abgesagt und die Wintersportsaison auch direkt beendet. Wie gehst du als Profi damit um – mental wie auch natürlich körperlich?

Das ist natürlich sehr schade und ärgerlich, aber ich denke wichtiger ist das die Kette so gut es geht unterbrochen wird und das wir weitere Erkrankungen und Ansteckungen so gut es uns möglich ist verhindern.

Gerade das Trainingsprogramm ist für euch Profisportler natürlich derzeit arg eingeschränkt und viele fokussieren sich auf kleine Trainingseinheiten in den eigenen vier Wänden. Wie versuchst du in Form zu bleiben?

Ich trainiere ebenfalls in meinen 4 Wänden 🙂 z.B mit Hantelstangen, Theraband, Hometrainer und auch einigen Übungen mit dem eigenen Körpergewicht.

Bleiben wir mal direkt beim Thema Training daheim. Viele haben zuhause ja kein spezifisches Equipment, wie können sie sich fit halten, was sind deine Lieblingsworkouts?

Bodyweight – Theraband Training: Hier habe ich ein Video zusammengestellt , mit welchem man den ganzen Körper einfach zuhause trainieren kann:

– Kurzes aufwärmen durch Seilspringen.

– Beine:

  • 1. Einbeinige Sprünge. Hierbei müsst ihr aufs Knie achten das es nicht einknickt.
  • 2. Ausfallschritt. Ebenfalls auf das Knie achten das es bei dieser Übung stabil abgesetzt wird und das Knie darf nicht weiter vor als die Zehen.

– Bauch:

  • 1. Die Beine und der Oberkörper sind in der Luft.
  • 2. Liegestützposition und dann diagonal die linke Hand zum rechten Knie und Seitenwechsel.

– Schulter:

  • 1. Front Raise: beide Arme Schulterbreit langsam ausgestreckt nach oben ziehen und ich gehe hier leicht über den 90Grad Winkel.
  • 2. Schulterdrücken: Hier aus dem 90Grad Winkel starten und nach oben drücken. Bauchmuskeln anspannen und kein Holzkreuz machen.

– Liegestütz Variationen

– Bizeps:

  • 1. Hammer Curl: Die Ellenbogen sollten immer an der gleichen stelle sein und hier gehe ich wieder ein wenig über den rechten Winkel und dann die Arme nicht ganz ausstrecken.
  • 2. Keine Ahnung wie der Name zu dieser Übung lautet 😀 aber die ist auch ganz gut!

– Triceps Variationen

– Rücken / Rudern: Beim zurückziehen Schulterblätter zusammen ziehen.

– Cool Down: Radeln

– Gleichgewicht: Skateboard + Black Roll = Surfen

Was ich noch zu diesen ganzen Übungen sagen möchte: Ich bin kein Fitnesstrainer und vielleicht sind ein paar Übungen nicht 100% korrekt ausgeführt, aber ich trainiere schon sehr lange und ich denke das ich es ganz gut mache 😊. Mit dem Theraband kann man sehr viele Übungen machen und auf Youtube und Instagram findet ihr sehr viele Videos dazu. Wenn man sonst noch zusätzliches Gewicht haben möchte, dann kann man bei ein paar Übungen mit einem gefüllten rucksack auch noch ein paar Kilos dazu packen.
Viel Spass beim trainieren und bleibt gesund!

Was sind deine Tipps, außerhalb des Trainings, um mit der jetzigen Situation klar zu komme? Hast du vielleicht Buch-, Streaming- oder Gaming-Tipps für unsere Leser?

Auf Amazon und Netflix findet man sehr viel Unterhaltung und bzgl Bücher: rich dad poor dad, Der Alchimist (Paulo Coelho), Emotionale Intelligenz (Daniel Coleman), Snowing in Bali;
Ich spiele sonst gerne Fifa, aber lieber wenn jemand neben mir sitzt. Freunde von mir haben schon einen Whatsapp FIFA Online Chat gemacht, aber zur Zeit bin ich noch offline 🙂

Blicken wir aber nun mal nach vorne. Die derzeitige Krise ist vorbei, wir erleben einen tollen Bergsommer und im Herbst sind die Gletscher voll mit Powder. Ab wann planst du deine neue Saison und wie gehts du hier vor?

Falls sich die Situation bis in den Sommer beruhigt/stark verbessert hat und man dürfte wieder fliegen, dann überlege ich mir nach Südamerika oder nach Neuseeland zu fliegen. Für den Fall das ich da bleibe, dann werde ich wie jeden Sommer viel Sport machen: Wandern, Mountain-Biking, Fitness, vlt mache ich sogar eine Paragleiter-Ausbildung 🙂 und sonst noch Bangerpark (Airbag Training)

Auch was Equipment spielt natürlich immer eine wichtigere Rolle. Worauf kommt es bei dir – neben dem richtigen Paar Ski – noch besonders drauf an?

  • Ski: Ich fahre den Revolt 121 der übrigens MEGA ist :), denn den haben wir über 2 Jahre entwickelt #builttogether
  • Brille: Smith hat zB dieses Jahr eine neue Brille auf den Markt gebracht: „4D MAG“. Diese Brille erweitert das bisheriger Sichtfeld um 25% im vergleich zu der I/O MAG Brille und für mich als Fahrer mehr sehen zu können bedeutet mehr Sicherheit und Komfort.
  • Helm: Da fahre ich den Smith „Code“ Helm. Ein sehr leichter und schlichter Helm mit MIPS.
  • Bekleidung: Dieses Jahr ist die 2. Saison mit der Firma „Montec“ und als Montec dieses Jahr die Fenix Linie rausgebracht hat war ich total begeistert über die Qualität und Atmungsaktivität der Fenix Linie.
  • Skischuh: Ich fahre den Dalbello Lupo Factory und das ist ein Freeride Tour Skischuh mit dem ich eigentlich alles fahre: Park, Powder, Ski-Tour. Für mich passt er perfekt!
  • Bindung: Hier habe ich eine sehr leichte Bindung und das ist die Kingpin M Werks.
  • Sole & Socken: Hier habe ich Sidas als Partner und da ich vom Rennlauf komme weiss ich das die Sole sehr wichtig ist für die genaue Druckübertragung und Komfort & Wärme ist mir auch wichtig.
  • Skistöcke & Handschuhe: Leki Spitfire Vario S. Das ist ein längenverstellbaren Tourenstock mit dem Trigger S System
  • Rucksack: Hier ist Advenate mein Partner und sie haben einen ganz speziellen Rucksack bei dem der Auslösemechanismus für den Airbag gleichzeitig ein Mundstück ist und dieser verlängert die Möglichkeit zu atmen um 60min.

Mit Smith hast du ja einen Partnern an Board, welchen auch wir persönlich enorm schätzen. Wie bewertest du die Zusammenarbeit mit Smith und wie kam es zu der Kooperation?

Den Teammanager Franz Perini kenne ich schon länger und vor ein paar Jahren hatten wir ein längeres Gespräch was die Partnerschaft mit Smith zufolge hatte :). Ich schätze es sehr ein Smith-Athlet zu sein, denn die Produkte und die Betreuung ist Top und letztes Jahr war ich in Chile für ein Smith-Shooting was sehr viel Spass gemacht hat.

Was sind deine Wünsche für das Jahr 2020, was u.a. extrem bescheiden angefangen hat und was rätst du all den Menschen da draußen, die gerade in ihren Wohnungen sitzen und sich natürlich Gedanken um die Zukunft machen?

Ich wünsche mir das Covid19 bald im Griff ist und nicht noch mehr Menschen darunter leiden und sterben müssen. Vlt ein paar Wochen Skifahren in NZ oder Südamerika. Den Menschen rate ich die aktuellen Maßnahmen zu befolgen und vlt die Zeit nützen um ein wenig runter zu fahren und sich selber besser kennen lernen, aber das ist leichter gesagt als getan

Danke für das Interview und die tollen Einblicke und Tipps. Wir wünschen dir alles Gute für das Jahr 2020. Auf bald!

Bilder Copyright: Dominik Hadwiger, Fabio Studer

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