Homeless in Hawaii | Dokumentation

Die BBC Dokumentation „Homeless in Hawaii“ beschäftigt sich mit dem Thema der steigenden Anzahl Obdachloser im Inselstaat Hawaii.

Hört oder liest man den Namen Hawaii denkt man sofort an weiße Sandstrände, Kokosnüsse, perfektes Wetter, Palmen, den Hula Tanz – kurz um: das Paradies. Doch jede Medaille hat zwei Seiten, so auch Hawaii. Da ich selbst knapp ein halbes Jahr in dem Inselstaat leben durfte, weiß ich aus eigener Erfahrung, wie ernst das Problem ist. Denn Hawaii hat ein der höchsten Obdachlosenraten in den USA (2017 waren es 7.000 – 8.000 obdachlose Personen). Woran das liegt? Es gibt sicherlich viele Gründe, welche wir direkt von Betroffenen persönlich erzählt bekommen haben – das gute Wetter und die Drogen. So banal oder komisch das klingen mag, bevor man sich an der Ostküste der USA ohne Dach über den Kopf Jahr für Jahr durch den harten Winter kämpft sammelt man lieber für ein One-Way Ticket nach Hawaii, wo es selbst in den Wintermonaten mollig warm ist. Außerdem gilt Hawaii, soweit man das sagen bzw. schreiben darf, als Handelspunkt in Sachen Drogenschmuggel von Asien in die USA. Da Hawaii geografisch so ca. in der Mitte der beiden Länder liegt, laufen doch einige beachtliche Mengen durch den Aloha-Staat. Gerade diese Verfügbarkeit ist für Drogenabhängige natürlich ein weiterer Grund hier zu bleiben.

Doch Hawaii ist an vielen Stellen immer noch ein Paradies und kann die Postkartenidylle definitiv vorweisen. Doch dies hat zur Konsequenz, dass viele Menschen, unabhängig vom Einkommen, nach Hawaii ziehen möchten. Da der Platz auf den Inseln aber allerdings begrenzt ist, setzt sich am Ende die Macht des Geldes leider durch. Dies hat zur Folge, dass normaler Wohnraum in Hawaii so teuer wie fast nirgendwo in den USA ist. Somit verschärft diese Entwicklung natürlich die Obdachlosigkeit erneut.

Doch was tut man dagegen? Die Politiker forcieren seit mehreren Jahren eine harte Gangart gegen Obdachlosencamps – vor allem auf Oahu, der Hauptinsel. Diese werden konsequent geräumt und nicht mitgenommene Habseligkeiten vernichtet. Doch damit löst man das Problem nicht wirklich, viel mehr verlagert man es nur. Mittlerweile (die Dokumentation stammt aus 2017) gibt es Wohnungen für Familie mit wenig oder gar keinem Einkommen, welche vom Staat finanziert werden. Es wird weiterhin nach Mittel und Wegen gesucht das Problem in den Griff zu kriegen.

Was kann man aber als Tourist machen? Am einfachsten: Nicht wegschauen, offen mit der Thematik umgehen und vielleicht den ein oder anderen Dollar auch mal spenden. Jede kleine Tat hilft.

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