Am Sonntag, 20. September, fällt der Startschuss für den zweiten Red Bull Wattlauf.
Rund 1.500 Läufer:innen stellen sich der außergewöhnlichen Herausforderung im UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer. Von Cuxhaven-Duhnen geht es über Sand, Schlick, Priele und knöcheltiefes Wasser in Richtung der 12 Kilometer entfernten Insel Neuwerk und zurück – immer mit der Flut im Nacken.
Nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr wartet die zweite Ausgabe mit starken Teilnehmer:innen und erweitertem Rennformat auf. Florian Neuschwander und David Schönherr, beide Gewinner des Wings for Life World Runs in München, treffen erstmals im Watt aufeinander.
Neuschwander bringt dabei besondere Wattlauf-Erfahrung mit: Im Vorjahr sicherte sich der Ultraläufer mit weitem Abstand den Sieg beim ersten Red Bull Wattlauf. Ebenfalls bestätigt sind unter anderem der Extremläufer Kim Gottwald sowie Hybrid-Athlet Lukas Müller. „Der Red Bull Wattlauf ist einfach ein komplett anderes Rennen. Im vergangenen Jahr konnte ich die ersten vier Kilometer im 3:30er Schnitt noch richtig schnell angehen. Danach folgten fast drei Kilometer durch hüft- bis brusthohes Wasser. Plötzlich dauert ein Kilometer acht, zehn oder sogar zwölf Minuten. Da heißt es, das Tempo herauszunehmen und zwischendurch auch mal zu gehen“, sagt Florian Neuschwander.
Auch David Schönherr fiebert seinem ersten Rennen im Watt entgegen: „Zwölf Jahre lang bin ich Straßenmarathon gelaufen, immer mit dem Ziel, eine Bestzeit zu erreichen. Der Red Bull Wattlauf bringt Abwechslung und fordert einen heraus, die gewohnte Komfortzone zu verlassen. Bei einem Zehner lässt sich ungefähr einschätzen, was auf einen zukommt. In Cuxhaven bleibt dagegen offen, wie hoch das Wasser steht und was der Untergrund hergibt.“
Beim Red Bull Wattlauf treten die Athlet:innen nicht nur gegeneinander an, sondern vor allem gegen einen unsichtbaren und dynamischen Gegner: Die Gezeiten. Der extreme Tidenhub vor der Küste Cuxhavens gibt den Rhythmus des Rennens vor. Nur wer schnell genug ist, schafft es rechtzeitig zurück ans Festland, bevor die Flut einsetzt. Der Wendepunkt der 24,6 Kilometer-Langstrecke liegt am historischen Leuchtturm auf der Insel Neuwerk, wo Hamburgs ältestes Bauwerk über das Watt wacht. Hier wird den Läufer:innen die Wendemarken ausgegeben. Aufgrund der Gezeiten gilt eine strikte Cut-off-Zeit für das Erreichen der Insel. Wer diese nicht einhält, wird aus Sicherheitsgründen aus dem Rennen genommen.
Als eines der neuen Highlights in diesem Jahr haben die Teilnehmenden erstmals die Wahl zwischen zwei Distanzen: Neben der Hauptdistanz über 24,6 Kilometer können sich auf der neuen Kurzstrecke über 12,3 Kilometer auch Hobbyläufer:innen der Herausforderung im Watt stellen. Entlang des offiziellen Wattwanderwegs warten statt Asphalt wechselnde Untergründe aus Schlick, Sandbänken, Prielen und flachem Wasser. Ein eigens aufgestellter Miniatur-Leuchtturm markiert dabei die Wendemarke und sorgt bei den Kurzstreckenläufer:innen für ein ganz besonderes Watterlebnis.
Das Programm beginnt bereits am Tag vor dem Rennen. Am Samstag, 19. September, erwartet Teilnehmer:innen und Besucher:innen neben der Startnummernausgabe ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm rund um den Red Bull Wattlauf. Ab 18 Uhr sprechen Florian Neuschwander und David Schönherr beim Panel-Talk über ihre Erwartungen an das Rennen, die besonderen Herausforderungen im Watt sowie die Bedeutung von Taktik und mentaler Stärke. Um 18:45 Uhr folgt ein gemeinsamer Shake-Out Run entlang der Küste.