Timberland & Jorn Wemmenhove: Nature Needs Heroes | Interview

Jorn Wemmenhove, Teil von Timberland’s „Nature Needs Heroes“, Bewegung stand unseren Fragen rund um das Thema „Urbanität im Wandel“ Antwort und sprach über seine beeindruckenden Visionen und Konzepte.

Wir müssen uns verändern, das sollte jedem klar sein. So wie wir Menschen derzeit mit unserem Planeten, unseren Mitmenschen und auch uns selbst umgehen ist weder nachhaltig noch gesund. Doch wie gehen wir das Thema an, wie schaffen wir Veränderung? Timberland hat aus diesem Grund unter dem Mantel „Nature Needs Heroes“ Visionäre und Macher aus der ganzen Welt versammelt um diese Veränderung anzustehen. Teil der Bewegung ist auch Jorn Wemmenhove, Mitbegründer von Humankind – eine Agentur die sich für das Wohlbefinden der Menschen in Städten einsetzt. Für uns stand er unseren krtischen Frage Rede und Antwort.

F: Lieber Jorn, danke dass du dir für dieses Interview Zeit genommen hast. Vielleicht möchtest du dich unseren Leser und Leserinnen in ein paar Worten selbst vorstellen?

A: Hey, auch vielen Dank dass ihr euch Zeit nehmt. Mein Name ist Jorn Wemmenhove und ich bin ein sogenannter „Urban Change Maker“. Das mag etwas lustig klingen, beschreibt aber im Großen und Ganzen worum sich mein Leben dreht. Es ist meine Leidenschaft positive Veränderungen in unsere Städte zu bringen, um sie in nachhaltige, spannende und menschliche Orte zu verwandeln, in welchen alle Menschen aufblühen können.

Als ich 20 Jahre alt war, gründete ich eine Non-Profit Organisation namens El Desafio Foundation mit, welche sich mit Jugendentwicklung und dem Ausbau der örtlichen Demokratien in Rosario in Argentinien beschäftigte. Ich hatte das große Glück in den Niederlanden aufwachsen und viele Möglichkeiten zu erfahren und ich glaube daran, dass jeder mit ähnlichen Chancen aufwachsen sollte. Später gründete ich Humandkind mit, eine Agentur für urbanen Wandel, welche Stadtverwaltungen, NGO’s und Unternehmen hilft, die aktuellen urbanen Herausforderungen zu adressieren. Denn gerade leben wir in einer sehr spannenden, aber auch ziemlich herausfordernden, Phase unserer Geschichte. Es ist Zeit komplett neu zu denken, unsere Vorstellungskraft zu nutzen und Städte zu entwickeln, welche zukunftssicher und menschenfreundlich sind.

F: Wie bist du zu deiner Idee des sog. „Tactical Urbanism“gekommen? Was genau beschreibt sie und wo sind die Ursprünge dazu?

A: Veränderung ist für viele Menschen nicht leicht. Nicht alle haben die Vorstellungskraft, wie eine bessere Zukunft aussehen kann. Mit so vielen Herausforderungen vor uns – z.B. wie wir uns in den Städten bewegen, wir mit unserer geistigen Gesundheit umgehen oder wie wir unsere Städte planen – es funktioniert gut, um den Menschen die Zukunft zu zeigen. „Tactical urbanism“ ist dafür genau das passende Konzept, es entwickelt kurzfristige Aktionen für langfristige Aktionen. Ein gutes Beispiel sind unsere sogennanten Parklets, welche Parkplätze in Pop-Up Parks verwandeln. Oder unsere Happy Street Projekte, für welche wir Straßen für Autos sperren und sie Menschen zum Spielen, Spazieren, Treffen, etc. öffnen. Wir testen diese Konzepte, überwachen die Ergebnisse und geben den Input an die Stadtverwaltungen für ihre kommenden Entscheidungen mit. Vielen Menschen denken immer noch, dass sie zur Fortbewegung in der Stadt unbedingt ihr eigenes Auto brauchen, aber wenn man ihnen die großartigen Shared Mobility Konzepte und gleichzeitig aufzeigt, dass eine „Green City“, welche sich nach dem Rhythmus der Menschen gestaltet, uns alle glücklicher machen, ändern sie ihre Meinung. Wir helfen dabei sich diese Zukunft vorzustellen.

F: Wenn unsere Leser und Leserinnen bis dato noch nicht von deiner Arbeit und deinen Ideen gehört haben (was natürlich sehr schade wäre), wie würdest du es in drei einfachen Worten beschreiben? Bzw. wie würdest du es meiner 90-jährigen Großmutter erklären?

A: Die Aufgabe der Menschheit ist es, Städte zu planen, welche selbst menschlich sind sowie gut für uns, andere Menschen und den Planeten. Deshalb wähle ich „Human&kind“ als erstes Wort der Beschreibung. Außerdem glaube ich, dass man unsere Großmütter, egal wie alt sie sind, in unseren Städten viel besser behandeln müsste. Wir planen und entwickeln unsere Städte als wären alle Einwohner 30 Jahre alt und körperlich fit, aber sie sollten Plätze für jeden sein. Das zweite Worte wäre „Imagination“, denn wir müssen kreativ werden und groß denken. Das dritte Wort wäre „Action“, denn wir haben zwar noch Zeit diese Herausforderungen zu meistern, aber wir müssen jetzt damit beginnen. Und das macht sogar sehr viel Spaß.

F: Schauen wir doch mal konkret auf „meine“ Stadt München. Ich bin hier geboren und aufgewachsen und hab all die Veränderungen miterlebt. Wir haben viele DAX-Konzerne und andere große Unternehmen hier und natürlich damit relativ viel Geld, auf der anderen Seite aber auch extrem hohe Lebenshaltungskosten. Fast jeder ist komplett gestresst und nicht wirklich glücklich im Alltag. Wenn man dann mal etwas Freizeit übrig hat, versucht jeder sich bis zum Extrem zu optimieren indem er z.B. beim Sport richtig Gas gibt oder die Natur in seiner vollen Gestalt genießen will (natürlich in extrem kurzer Zeit). Stimmst du mit meinen Eindrücken überein – und ist dies für dich eine Art Blueprint für moderne Städte allgemein? Oder was sind deine Erfahrungen aus anderen Ländern?

A: Es ist super interessant, dass du es so beschreibst. Ich erlebe genau dies in vielen westlichen Städten und vor allem in Städten, welchen es augenscheinlich „richtig gut“ geht. München ist wirklich ein toller Ort, ich liebe die Stadt: Hier findet man viel Kultur, tolles Essen und die beeindruckende Natur direkt vor der Haustür. Aber dennoch fühlen sich die Menschen hier unter Druck gesetzt, gestresst, irgendwie aus dem Gleichgewicht gebracht. Vor allem junge Menschen fühlen sich so, was mich besonders beunruhigt. Denn wenn solche Menschen schon in jungen Jahren ausgebrannt sind, kommen wir in wirkliche Probleme. Sie sollten positiv, voller Energie sein und an eine bessere Zukunft glauben. In vielen Städten, welche auf dem „Happiness Index“ ganz oben stehen, ist dies genau der Fall. Also anstatt das Leben so maximal glücklich leben zu wollen, wie es für uns Menschen nur geht, sollte man beschissene Momente, wunderschöne Augenblicke und graue Tage einfach gleichermaßen akzeptieren.

Auch ich bemerke den Druck, immer auf vollste glücklich zu sein. Dies ist schier unmöglich und wenn das die Leute irgendwann begreifen, fühlen sie sich frustriert. Stattdessen sollten wir in unserem Job unser Beste geben, uns aber darauf fokussieren von unseren Liebsten umgeben zu sein und unseren Geist und Körper fit zu halten, ohne es als weiteres Projekt zu sehen – und uns in und mit der Natur zu verwöhnen. Wir sind mittlerweile so weit von der Natur entfernt, dass es an der Zeit ist, sich wieder anzunähern. Natürlich sind die hohen Lebenshaltungskosten ein plausibler Grund, um gestresst zu sein, aber es ist gleichzeitig eine Herausforderung vieler Großstädte weltweit. Es ist nun an der Zeit dieses Problem zu adressieren, sodass wir am Ende keine langweiligen Städte für die wenig „Glücklichen“ haben.

F: In deinem Konzept kritisierst du, dass Städte und ihre Einwohner versuchen smarter und effizienter zu werden, aber gleichzeitig vergessen menschlich also „human“ zu sein. Was genau meinst du damit? Denn gerade heutzutage mit idealen Rahmenbedingungen, machen smarte Technologien unser Leben wahrscheinlich um einiges einfacher und lassen somit mehr Freizeit für Familie und Hobbies.

A: Aktuell gibt es ja einen Diskurs rund um das Thema „Smart City“, welche im Endeffekt auf Kontrolle und Effizienz ausgelegt ist. Ich selbst liebe Technologie, denn wir Menschen sind richtig gut darin. Deutschland hat eine große Geschichte rund um das Thema Innovation. Aber wenn wir vergessen, warum wir diese Technologien entwickeln, bekommen wir ein Problem – und genau das passiert gerade. Es ist Technologie der Technologie wegen. Wenn die Technologie wirklich mehr Freizeit für die Menschen kreiert, ist das großartig, aber wie wir ja bereits diskutiert haben, sehe ich nicht, dass die Menschen gerade glücklicher als zuvor sind.

F: Glaubst du also, dass es einen Zielkonflikt zwischen Smart Cities und der Menschlichkeit/Humanity gibt, oder kann beides parallel existieren?

A: Mein Vorschlag wäre, erst darüber nachzudenken welche Art von Stadt wir zusammen schaffen wollen: nachhaltig, sozial, impulsiv, aufregend usw. Und dann entwickelen wir die Technologie, die es benötigt, diese Ziele umzusetzen. In meiner perfekten Welt wäre das die richtige Reihenfolge. Es kann definitiv parallel existieren – und wird es auch, denn ich denke positiv darüber. Aber wir sprechen zu wenig davon, was wir Menschen und unsere Bedürfnisse eigentlich sind und sind mehr daran interessiert, welches neue Smartphone gerade auf den Markt kommt.

F: Kannst du uns vielleicht auf in diesem Zusammenhang mehr zu deiner Kooperation mit Timberland® und der NATURE NEEDS HEROES™ Kampagne erzählen?

A: Ich glaube wirklich, dass wir die urbanen Herausforderungen von heute zusammen angehen müssen. Wir brauchen Aktivisten, NGOs, Politiker und auch Unternehmen. Timberland® versteht, dass es um mehr geht, als nur großartige Schuhe zu verkaufen. Jedes Produkt muss so nachhaltig wie möglich produziert werden und dieser Herausforderung stellt sich Timberland®. Besonders für eine Marke, welche von der Natur inspiriert ist, macht es natürlich Sinn diese auch zu schützen. Deshalb ist es eine großartige Möglichkeit zusammen unsere Städte nachhaltiger zu machen. Für mich ist es gleichzeitig auch eine tolle Möglichkeit andere Change-Maker kennenzulernen, die Helden der Timberland® Nature Needs Heroes Kampagne. Es stimmt mich positiv für die Zukunft. Zusammen schaffen wir das!

F: Wenn du an deine vergangenen Projekte zurückdenkst, was war das erste Feedback, das du direkt von den Leuten erhalten hast und hat es sich über die Zeit vielleicht verändert?

A: Wir bekommen viele E-Mails von jungen Leuten, welche mit uns arbeiten wollen. Ich sehe das als großes Kompliment. Wir sprechen wichtige Themen direkt an, wie z.B. geistige Gesundheit, Urban Nature, die Zukunft der Mobilität und scheinen damit anderen zu inspirieren mitzumachen. In unseren Projekten experimentieren wir eine Menge und wir haben keine Angst davor, auch mal zu versagen. Wenn wir unsere Tactical Urbanism Projekte machen erwarten wir auch Widerstand, wir brauchen ihn auch zum Lernen. Aber das Großartige ist, dass nach den Projekten – selbst wenn wir Fehler gemacht haben – die Leute unsere Ziele verstehen und Teil der Bewegung werden.

F: Gibt es irgendwelche Parteien oder Gruppen, welche eure Ideen kritisieren? Wie argumentieren sie und wie reagiert ihr darauf?

A: Manche Bürger werden nervös wenn es um Veränderung geht. Städteverwaltungen und Unternehmen, die immer noch so arbeiten und denken wie vor geraumer Zeit, sind nicht immer mit unseren Ideen und Vorschlägen glücklich. Wir hören ihnen aber gut zu, und meistens können wir ihnen erklären, dass z.B. nachhaltige Städte-Konzepte mit erhöhter Mobilität gut für ihre Interessen sind. z.B. verkaufen Geschäfte im Stadtzentrum, nachdem Autos verbannt wurden und mehr Platz für Menschen und Fahrradfahrer geschaffen wurden, mehr als zuvor. Wenn es nicht möglich ist, aktuelle Forschungsergebnisse zu teilen, muss man eben einfach machen und experimentieren. Und irgendwie funktioniert es immer.

F: Gibt es vielleicht irgendwelche Regeln oder Vorschläge für unsere Leser und Leserinnen, wie man von deinem Konzept profizieren kann, ohne eine spezielle Location zu besuchen? Wie z.B. einfach zwei Tage die Woche versuchen in der Natur zu verbringen?

A: Sich wieder mit der Natur auseinander zu setzen, ist immer eine gute Idee. Es ist bewiesen, dass genau dies die beste Investition in deine Gesundheit ist. Spazierengehen und Fahrradfahren funktioniert genauso. Ich denke, dass man allgemein nicht so hart mit sich selbst umgehen sollte und in sich in Guten üben sollte. Sich mit anderen Menschen zu umgeben, welche auch Veränderung gestalten wollen, ist ebenfalls eine gute Idee, denn Einsamkeit ist ein Grund, dass Leute traurig werden und aufgeben. Persönlich finde ich auch die Idee des Müllsammelns während des Laufens auch eine tolle Alternative (ich glaube das Konzept stammt aus Schweden).

F: Vielen Dank für deine Zeit. Gibt es irgendwelche berühmten letzten Worte, die du unseren Lesern und Leserinnen mitgeben möchtest?

A: Veränderung ist nie einfach, aber denkt groß, umgebt euch mit Leuten, die genauso denken, agiert und habt Spaß dabei. Danke euch!

Wir bedanken und herzlichst bei Timberland und Jorn für die Möglichkeit des Interviews. Es beweist erneut, dass es immer noch Visionäre gibt, die sich für ein besseres Leben einsetzen. Danke und weiter so.

Dabei trägt Jorn den Timberland M.T.C.R. Der Timberland M.T.C.R. (Moc Toe Classic Re-Imagined) Sneaker lässt modernes Design mit klassischem verschmelzen und überzeugt durch die Kombination von hochwertigem Heritage Upper und ultimativ leichter EVA-Mittelsohle. Er bietet somit gleichzeitig einen angesagten sowie funktionellen Urban Athleisure Look und passt perfekt zu Jorn’s Aufgabe und Lebensstil.

Copyright Fotos: Timberland

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